Oktober 2011

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Fachvortrag zum Thema „Strahlmittel“: Viele Mitarbeiter in den Gießereien machen sich beim Strahlen ihrer Gussteile eventuell nur wenig Gedanken über das Strahlmittel und die Strahlanlagen. Welche interessante Technologie sich hinter der Herstellung und Verwendung der Strahlmittel verbirgt wurde den Anwesenden beim Fachvortag des Kollegen Hans-Jürgen Werner deutlich.


Am Freitag den 07.10.11 stand der letzte Fachvortrag für dieses Jahr auf dem Programm. Unser Kollege Hans-Jürgen Werner von der Firma Metalltechnik Schmidt (www.ferrosad.com) erklärte den Anwesenden wie Strahlmittel produziert werden und worauf es bei der Herstellung und Verwendung ankommt. Bei seinem Vortrag wurde er von einem Vertreter eines Strahlmaschinen Herstellers unterstützt - Herrn Wartemann von der Fa. AGTOS (www.agtos.de).
Hans-Jürgen zeigte in seiner Präsentation wie in zwei Mittelfrequenz-Induktionsöfen qualitativ hochwertiger Stahlschrott geschmolzen wird. Im Anschluss wird die Schmelze analysiert und Anhand dieser Analyse entsprechende Materialien zulegiert. Das Strahlmittel FERROSAD zum Beispiel, ist ein niedrig gekohltes Stahlguss-Strahlmittel. Es ist langlebiger und haltbarer als hoch gekohltes Strahlmittel, weil es rissfrei ist. Niedrig gekohltes Strahlmittel wird nur aus hochwertigem, niedrig gekohltem Neuschrott hergestellt. Deshalb weist die Mikrostruktur nach dem Zerstäubungsprozess eine bainitische Struktur (isotherme Umwandlung) auf, welche widerstandsfähig und haltbar ist. Durch niedrig gekohlte Strahlmittel werden längere Strahlzyklen (bis 4000 Zyklen) in den Gießereien erreicht.
Beim anschließenden Granulieren, erklärte Hans-Jürgen weiter, wird der flüssige Stahl in einen Hochdruck-Wasserstrahl gegossen. Der hohe Druck des Wasserstrahls zerreißt den flüssigen Stahl in kleine Tropfen, die sofort erstarren und dann in einem Wasserbecken abkühlen. Bei der anschließenden Aufbereitung wird das Rohgranulat getrocknet, gereinigt, in verschiedenen Körnungen ausgesiebt sowie die Rundheit und die Massivheit der Kugeln überprüft. Anschließend zeigte Hans-Jürgen wie wichtig es ist eine bestimmte Körnung des Strahlmittels zu verwenden. Ist das Strahlmittel zu grob wir die Oberfläche des Strahlgutes zerstört. Ist das Strahlmittel zu fein verschleißen die Strahlanlagen und die Strahlwirkung ist zu gering. In jedem Fall ist das Entfernen des Formsandes eines der wichtigsten Vorrausetzungen für das richtige funktionieren der Strahlmittel, erläuterte Hans-Jürgen weiter.
Das richtige Funktionieren und die richtige Auswahl der geeigneten Strahlanlagen war das Stichwort für den zweiten Vortragenden des Abends – Herrn Wartemann von der Fa. AGTOS. Herr Wartemann zeigte eindrucksvoll welches „Know-how“ seine Firma bezüglich der Schleuderrad-Strahlanlagen hat. Durch die Verwendung von Einscheiben-Schleuderrädern  fallen weniger Verschleißteile an als z. B. bei Doppelscheibenrädern. Das bedeutet weniger Montageaufwand und geringere Kosten im Fall von Wartungs- und Reparaturarbeiten. Mit Hilfe eines Films zeigte er den Anwesenden welche Anlagen bereits gebaut wurden und welche Projekte noch in Zukunft anstehen. Weitere Einzelheiten zu der Fa. AGTOS sind hier (pdf-datei) zu sehen. Möchte jemand den Vortrag von Hans-Jürgen einsehen, soll er bitte mit ihm persönlich Kontakt aufnehmen.
Thomas Lobe bedankte sich anschließend bei beiden Vortragenden für deren interessante Ausführungen. Im Anschluß ging man dann zum gemütlichen Teil der Veranstaltung über, wobei Hans-Jürgen die Getränkekosten und die Kosten für den gereichten Imbiss übernahm. Hiermit möchten wir uns noch einmal besonders bei der Fa. Metalltechnik Schmidt für diese Unterstützung bedanken.
Einziger Wermutstropfen an diesem Abend: Schade, dass wieder einmal nur 10 Kollegen und ein Gast den Weg ins Vereinslokal gefunden haben, um an diesem interessanten Vortrag teilzunehmen.


„Glück Auf“
Thomas Lobe
 

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